Nachkriegswelpen

Penzlin/Punschendörp, 1956 Das Mädchen Ruth beobachtet den jüngeren Till beim Fischen am Penzliner See und erzählt ihre Familiengeschichte, über die man zu Hause und überall in dem kleinen Ackerstädtchen einen Mantel des Schweigens legt. Ruths Bruder Rudi gehörte zu den minderjährigen Opfern der sogenannten Werwolftragödie, die sich in Mecklenburg-Vorpommern 1945/46 ereignete. Unter dem Vorwand der Planung terroristischer Akte und Spionage gegen sowjetische Truppen stellte der sowjetische Geheimdienst wahllos herausgegriffene Jugendliche vor ein Militärtribunal. Rudis erschütternde Aufzeichnungen werden, wie andere Zeugnisse Penzliner Leids aus dem Jahr 1945, von einem Buchhändler als wertvolles Erinnerungsgut in Obhut genommen. Als man Rudi aus dem Gefängnis in Bautzen entlässt, setzt sich das Unrecht in Penzlin fort, von dem Ruth berichtet. Sie beschreibt ihren abwesenden Bruder als Gespenst am Tisch der Familie und offenbart damit, dass sie selbst Betroffene der Werwolftragödie geworden ist.

Dirk Meißner, 1962 in Dessau geboren, ist als Kriegsenkel mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs aufgewachsen. Mit seinen Romanen, zuletzt Lebensborn Pommern (2020), möchte er Geschichte erlebbar und fühlbar machen. Für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, auch mit künstlerischen Mitteln, bemüht er die Metapher der Erforschung eines Brunnens, in dem der Reichtum tiefen Wissens ruht. Der Autor studierte Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1989-1991 arbeitete er als Redakteur bei der Tageszeitung 'Der Morgen'. Nach einer Laufbahn als Direktor einer Unternehmerbank wechselte er 2012 als Vertriebsleiter in ein Unternehmen der Erneuerbaren Energien.

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