In einer staubigen Stadt in den schro en Sandhügeln von Nebraska patrouilliert der erschöpfte Sheriff-Stellvertreter Harley Jensen nachts durch die Straßen auf der Suche nach etwas – irgendetwas – Außergewöhnlichem. Es ist Juli 1978 und die Hitze macht die Menschen unruhig und nervös. Als der Patriarch der Familie Reddick beschliesst, für seinen verschwundenen Jungen einen Grabstein zu legen, entzündet diese Entscheidung einen Funken, der Pickard County in Brand zu setzen droht. In einer schicksalhaften Nacht nach dem Gedenkgottesdienst beschattet Harley den jüngsten Reddick und Stadtbösewicht Paul an verlassenen Farmen und Häuser außerhalb ihrer heruntergekommenen Stadt vorbei. Die Verfolgung bringt Harley auf die Spur von Pam Reddick, einer rastlosen jungen Frau, die nach einem Ausweg sucht. Sie ist dabei, die Bande von Mutterschaft und Ehe zu durchtrennen. Voll verzweifelter Frustration fühlt sich Pam zu Harleys dunkler Geschichte hingezogen, die der ihres Mannes Rick nicht unähnlich ist – eines Mannes, der zwischen den Trümmern des gewaltsamen Todes eines Bruders und der verhärteten Wut seiner Mutter aufgewachsen ist. Pickard County Atlas entfaltet sich über sechs angespannte Tage und bringt Harley und Reddick auf Kollisionskurs – und treibt sie auf einen aufrührerischen Moment zu, der sie entweder erlösen oder zerstören wird. Fesselnd, düster, komisch und echt – Chris Harding Thorntons Debüt strahlt Authentizität und ein nuanciertes Ortsgefühl aus, auch wenn es vor Bedrohung summt und eine erstaunliche neue Stimme in der Spannungsliteratur einführt.