Relativierung des Bestandsschutzes durch Einflüsse des europäischen Umweltrechts?

Die Umwelt unterliegt einem stetigen Wandel. Trotz umfassender Prüfung von Umweltvorgaben in Anlagenzulassungs- und Planfeststellungsverfahren können später, etwa infolge naturräumlicher Veränderungen oder neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, unvorhergesehene Konflikte zwischen bestandskräftig zugelassener Tätigkeit und Natur eintreten. Kann die Tätigkeit hier unverändert fortgeführt werden oder bedarf es einer Beschränkung des zugelassenen Bestandes? Welchen Einfluss hat das Unionsrecht auf den notwendigen Ausgleich zwischen Bestands- und Umweltinteressen? Die Autorin geht diesen Fragen mit Blick auf die Vorgaben des europäischen Artenschutz-, Habitatschutz- sowie Umweltschadensrechts nach. Dargelegt wird, welche materiellen Anforderungen das EU-Umweltrecht an bestandskräftig zugelassene Tätigkeiten stellt. Ferner erfolgt eine Auseinandersetzung mit behördlichen Durchsetzungsinstrumentarien, differenzierend nach immissionsschutzrechtlich genehmigten und planfestgestellten Vorhaben.

Die Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Wolf-Rüdiger-Bub-Preis 2023.



Danbi Cho studied law at the Ruprecht-Karls-University of Heidelberg and passed her first state law examination in 2015. In the same year, she began her legal clerkship at the Berlin Court of Appeal, including a stop at the Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation, Nuclear Safety and Consumer Protection (BMUV). In 2017, she passed her second state examination. From 2018-2021, she worked as a legal assistant at the law firm Linklaters while completing her doctorate. Since 2022, she has been working at Linklaters as a lawyer in environmental and planning law.